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Hebel

Sprinter vs Turbo

Von Dennis Bosmans · Aktualisiert June 2026 · 3 Min. Lesezeit · Risikohinweis

Sprinter, Turbo, Speeder, Mini Future — wer sich durch die europäischen Hebelprodukte arbeitet, trifft auf eine verwirrende Wand aus Markennamen für im Grunde ein einziges Instrument. Ein Sprinter (ING) und ein Turbo (BNP Paribas, Société Générale) sind dieselbe Klasse von Knock-Out-Hebelzertifikaten. Zu wissen, was sich wirklich unterscheidet — und was nur Marketing ist — bewahrt dich davor, Logos statt Kosten zu vergleichen.

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Sprinter vs Turbo auf einen Blick
Sprinter (ING)Turbo (BNP / SG)
ProduktklasseKnock-Out-HebelzertifikatKnock-Out-Hebelzertifikat
Hebel ausDifferenz zum FinanzierungslevelDifferenz zum Finanzierungslevel
Knock-OutStop-Loss, oft kleiner RestwertStop-Loss, Restwert variiert
KostenTägliche Finanzierung + SpreadTägliche Finanzierung + Spread
Was wirklich unterscheidetFinanzierungssatz, Spread, EmittentFinanzierungssatz, Spread, Emittent

Gleiches Produkt, andere Marke

Sowohl ein Sprinter als auch ein Turbo sind gehebelte Zertifikate, die gleich aufgebaut sind: ein Finanzierungslevel, das der Emittent finanziert, ein Hebel aus der Differenz zum Preis und eine Knock-Out-Barriere, die das Produkt beendet, sobald der Basiswert sie berührt. ING vermarktet sie als Sprinter; BNP Paribas und Société Générale nennen sie Turbos; andere nutzen Speeder, Booster oder Mini Futures. Der Motor darunter ist derselbe.

Weil die Mechanik übereinstimmt, stimmt auch das Verhalten in den Grundzügen überein: nahezu lineares, gehebeltes Exposure, tägliche Finanzierungskosten statt Zeitwertverfall, kein Verfall und Totalverlustrisiko an der Barriere. Wer einen Turbo versteht, versteht einen Sprinter.

Wo sie sich tatsächlich unterscheiden

Die echten Unterschiede stecken im Detail. Manche Produkte setzen den Knock-Out (Stop-Loss) etwas oberhalb des Finanzierungslevels, sodass ein Knock-Out einen kleinen Restwert zurückzahlt; andere knocken am Finanzierungslevel selbst aus und zahlen fast nichts zurück. Die Größe dieses Puffers, der Finanzierungssatz, der Bid-Ask-Spread, die Bonität des Emittenten und welche Basiswerte angeboten werden — all das variiert je nach Marke.

Nichts davon wird durch den Namen abgebildet. Zwei unterschiedlich bezeichnete Produkte können identisches Risiko haben, und zwei mit gleicher Bezeichnung können sehr unterschiedliche Finanzierungskosten verlangen — die Marke sagt dir also fast nichts darüber, welches billiger oder sicherer ist.

Wie du tatsächlich wählst

Ignoriere die Marke und vergleiche vier Dinge: die Finanzierungskosten, den Spread, die Restwert-Mechanik beim Knock-Out und das Bonitätsrisiko des Emittenten (jedes Zertifikat ist eine unbesicherte Forderung gegen die Bank, die es emittiert hat). Bei gleichem Basiswert und gleichem Hebel gewinnen die günstigere Finanzierung und der engere Spread.

Dann dimensioniere es wie jedes Hebelprodukt — nach dem Verlust, den der Knock-Out zufügen kann, nicht nach dem kleinen Einsatz. Das Label auf dem Produkt ist das Unwichtigste daran.

Praxisbeispiel. Du willst 5× Long-Exposure auf einen Index. Ein ING Sprinter und ein BNP Turbo bieten es beide mit einem Knock-Out nahe demselben Level an. Der Sprinter notiert 0,6 % jährliche Finanzierung über dem Referenzzins und einen Spread von €0,02; der Turbo notiert 0,9 % und €0,04. Gleiches Risiko, gleicher Hebel — der Sprinter ist schlicht günstiger zu halten, und das, nicht die Marke, ist der entscheidende Faktor.
Wichtigste Punkte

Häufige Fragen

Ist ein Sprinter dasselbe wie ein Turbo?

Im Wesentlichen ja — es sind dieselbe Art von Knock-Out-Hebelzertifikat, nur unterschiedlich vermarktet (Sprinter von ING, Turbo von BNP Paribas und Société Générale). Die zugrunde liegende Mechanik — Finanzierungslevel, Hebel und Knock-Out-Barriere — ist dieselbe.

Was ist der Unterschied zwischen einem Sprinter und einem Turbo?

Vor allem der Emittent und das Kleingedruckte: Finanzierungssatz, Bid-Ask-Spread, wie viel Restwert beim Knock-Out zurückgezahlt wird, verfügbare Basiswerte und die Bonität des Emittenten. Produktklasse und Risikoprofil sind dieselben.

Was ist besser, ein Sprinter oder ein Turbo?

Keines von Haus aus. Vergleiche bei gleichem Basiswert und Hebel die Finanzierungskosten, den Spread und die Restwert-Mechanik. Das günstigere, engere Produkt gewinnt — der Markenname ist irrelevant.

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