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Open Interest vs. Volumen

Von Dennis Bosmans · Aktualisiert June 2026 · 3 Min. Lesezeit · Risikohinweis

Jede Optionskette zeigt neben jedem Kontrakt zwei Aktivitätszahlen: Volumen und Open Interest. Sie klingen ähnlich, messen aber verschiedene Dinge, und richtig gelesen sagen sie dir, ob ein Kontrakt liquide genug ist, um zu handeln, ohne beim Spread Geld zu verlieren.

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Was jede Zahl misst

Volumen ist, wie viele Kontrakte am laufenden Handelstag den Besitzer gewechselt haben. Es setzt sich jeden Morgen auf null zurück. Open Interest ist die Gesamtzahl der noch offenen Kontrakte — erstellt, aber noch nicht geschlossen oder verfallen — und es aktualisiert sich einmal pro Tag.

Ein einzelner Trade kann sie unterschiedlich beeinflussen. Volumen steigt immer, wenn ein Kontrakt gehandelt wird; Open Interest steigt nur, wenn eine neue Position eröffnet wird, und fällt, wenn Positionen geschlossen werden, sodass beide Zahlen einen anderen Teil der Geschichte erzählen.

Wie sie zusammenwirken

Hohes Open Interest bedeutet einen tiefen Pool bestehender Positionen, was sich meist in engeren Geld-Brief-Spannen und leichteren Ausführungen übersetzt. Hohes Tagesvolumen bestätigt, dass der Kontrakt gerade aktiv ist. Idealerweise willst du beides — einen liquiden Kontrakt, der auch heute gehandelt wird.

Ein Kontrakt mit hohem Open Interest, aber leichtem Volumen kann trotzdem gut handelbar sein; einer mit niedrigem Open Interest und niedrigem Volumen ist ein Warnsignal, dass du einen weiten Spread zahlen könntest, um ein- und auszusteigen.

So nutzt du sie vor einem Trade

Scanne vor dem Einstieg nach Strikes mit gesundem Open Interest und einer engen Geld-Brief-Spanne. Dünne Kontrakte zwingen dich, einen weiten Spread zu überqueren, was bei jedem Hin- und Rückweg ein sofortiger, versteckter Kostenfaktor ist.

Steigendes Open Interest zusammen mit einer Kursbewegung kann auch andeuten, dass neues Geld die Bewegung stützt, während fallendes Open Interest darauf hindeutet, dass Positionen aufgelöst werden — Kontext, der deine eigene Analyse ergänzt, aber nie ersetzt.

Praxisbeispiel. Zwei 100er Calls verfallen am selben Tag. Call A zeigt Volumen 5 und Open Interest 40, mit einem Markt von 1,00 $ / 1,40 $ — ein Spread von 40 Cent bei einem dünnen Kontrakt. Call B zeigt Volumen 1.200 und Open Interest 9.000, mit einem Markt von 1,18 $ / 1,22 $. Call B ist weit günstiger zu handeln, einfach weil er liquider ist.
Wichtigste Punkte

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Volumen und Open Interest?

Volumen zählt die am laufenden Tag gehandelten Kontrakte und setzt sich jeden Morgen auf null zurück. Open Interest zählt alle Kontrakte, die offen bleiben, und wird einmal pro Tag aktualisiert. Volumen zeigt die heutige Aktivität; Open Interest zeigt die gesamten ausstehenden Positionen.

Ist hohes Open Interest gut?

In der Regel ja — hohes Open Interest deutet auf einen liquiden Kontrakt mit engeren Geld-Brief-Spannen hin, was den Ein- und Ausstieg günstiger und einfacher macht. Es ist eines der ersten Dinge, die du auf Liquidität prüfen solltest.

Kann Open Interest höher als das Volumen sein?

Ja, und das ist meist der Fall. Open Interest sammelt sich über viele Tage an, während Volumen nur die heutigen Trades zählt, sodass ein etablierter Kontrakt typischerweise weit mehr Open Interest als Tagesvolumen hat.

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