Historical volatility (HV)
Wie stark sich die Aktie in der Vergangenheit tatsächlich bewegt hat, aus ihrer Kurshistorie gemessen — das Gegenstück zur impliziten Volatilität.
Die historische Volatilität (HV) misst, wie stark sich der Kurs einer Aktie in einem vergangenen Zeitraum tatsächlich bewegt hat, meist als annualisierter Prozentwert. Sie blickt zurück: Man berechnet sie aus den täglichen Renditen, die man im Chart ablesen kann, anders als die implied volatility, die die Erwartung des Marktes abbildet und in der Premium steckt.
In der Praxis dient die HV als Abgleich mit der implied volatility. Liegt die 30-Tage-HV einer Aktie bei rund 20%, während die Optionen 35% einpreisen, rechnet der Markt mit größeren Schwankungen als zuletzt aufgetreten sind, und die Premium wirkt für einen Verkäufer entsprechend teuer. Nimm eine Aktie zu 100 Euro mit einer HV von 20%: Eine Bewegung von etwa einer Standardabweichung übers Jahr sind grob 20 Euro, was hilft einzuschätzen, ob ein Strike realistisch erreichbar ist.
Der klassische Fehler ist, die HV als Prognose zu behandeln. Volatilität tritt in Schüben auf und verschiebt sich, eine ruhige Aktie kann also rund um Zahlen oder Nachrichten schnell aufwachen. Die HV sagt, was passiert ist, nicht was kommt, und einen Regimewechsel verpasst sie immer, bis er bereits begonnen hat.
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Nur zu Bildungszwecken. Kurse sind ca. 15 Minuten verzögert und nichts hier ist Finanzberatung. Optionshandel birgt ein erhebliches Verlustrisiko.