US- vs. europäische Optionsmärkte
„Amerikanisch vs. europäisch“ beschreibt, wann eine Option ausgeübt werden kann; „US vs. europäisch“ ist eine andere Frage – nämlich, wo die Option gelistet und gehandelt wird. Für einen europäischen Anleger entscheidet diese zweite Frage über Währung, Abwicklung, Handelszeiten und darüber, wie einfach du sie tatsächlich handeln kannst. So vergleichen sich die beiden Märkte.
Den Long Call-Rechner öffnen →| US-gelistete Optionen | Europäisch gelistete Optionen | |
|---|---|---|
| Börsen | US-Börsen (OCC-gecleart) | Eurex, Euronext (AEX, CAC, DAX) |
| Währung | US-Dollar | Euro |
| Typischer Stil | Amerikanisch (Aktien und ETFs) | Europäisch + bar abgerechnet (Index) |
| Handelszeiten | US-Handelszeiten | Europäische Handelszeiten |
| Liquidität | Sehr tief, enge Spreads | Dünner für Privatanleger |
| Zugang aus der EU | Die meisten EU-Broker | EU-Broker; PRIIPs/KID-Regeln gelten |
Zwei verschiedene Fragen: Stil vs. Markt
Es ist leicht, zwei Unterscheidungen durcheinanderzubringen, die dieselben Worte verwenden. Amerikanischer vs. europäischer Stil betrifft den Ausübungszeitpunkt – jederzeit gegenüber nur bei Verfall – und hängt vom Basiswert ab, nicht vom Land. US-gelistet vs. europäisch gelistet betrifft den Markt: an welcher Börse der Kontrakt gehandelt wird, in welcher Währung und nach wessen Regeln. Eine US-gelistete und eine europäisch gelistete Option auf „dasselbe“ Unternehmen können sich in nahezu jeder praktischen Hinsicht unterscheiden.
In diesem Leitfaden geht es um diese zweite Frage. Sie ist wichtig, weil die meisten Online-Optionstools – dieses eingeschlossen – US-gelistete Optionen bepreisen, während ein europäischer Trader zusätzlich Zugang zu auf Euro lautenden Kontrakten an Eurex oder Euronext haben kann, die sich ganz anders verhalten.
Der US-Optionsmarkt
US-gelistete Optionen werden an US-Börsen gehandelt und über die OCC gecleart, was das Kontrahentenrisiko nahezu ausschaltet. Auf Einzelaktien und ETFs sind sie überwiegend amerikanischen Stils, notieren in US-Dollar und sind außerordentlich liquide – enge Spreads, wöchentliche und sogar tägliche Verfallstermine sowie eine riesige Auswahl an Strikes. Diese Tiefe ist der Grund, warum US-Optionen Online-Ausbildung und -Tools dominieren.
Entscheidend für Europäer: Viele vertraute europäische Unternehmen werden über ihr US-Listing ebenfalls als US-gelistete Optionen gehandelt – ASML an der Nasdaq, Shell, Novo Nordisk, SAP und andere – in Dollar. Diese Optionsketten sind tief und genau das, was der OptionProfit-Rechner bepreist. Der Kompromiss besteht im USD-Risiko und den US-Handelszeiten.
Europäisch gelistete Optionen (Eurex und Euronext)
Europas eigene Optionen werden vor allem an der Eurex (Euro Stoxx 50, DAX/ODAX und Einzelwerte) und Euronext (der AEX in Amsterdam, der CAC 40 in Paris, der BEL 20 in Brüssel) gehandelt. Sie lauten auf Euro und werden zu europäischen Handelszeiten gehandelt. Die großen Indexoptionen sind europäischen Stils und werden bar abgerechnet – keine vorzeitige Zuteilung, und die Auszahlung erfolgt in bar, statt den Index zu liefern.
Die praktischen Haken: Die Liquidität für Privatanleger ist in der Regel dünner als in den US, und du brauchst einen Broker, der diese Märkte anbietet (Lynx / Interactive Brokers, DEGIRO, Saxo). Live-Optionsketten in Euro sind zudem nicht so frei weiterverbreitbar wie US-Daten, sodass nur wenige kostenlose Tools sie anzeigen – deshalb bepreist diese Seite die US-gelisteten Varianten und behandelt Euro-/Euronext-Optionen als etwas, das du über deinen Broker handelst.
- „Amerikanisch vs. europäisch“ ist der Ausübungsstil; „US vs. europäisch“ ist, wo die Option gelistet und gehandelt wird – verschiedene Fragen.
- US-gelistete Optionen: USD, überwiegend amerikanischen Stils, OCC-gecleart, äußerst liquide, US-Handelszeiten – das, was die meisten Tools (dieses eingeschlossen) bepreisen.
- Europäisch gelistete Optionen: auf Euro lautend an Eurex/Euronext, die großen Indexoptionen sind europäischen Stils und werden bar abgerechnet, europäische Handelszeiten, dünnere Liquidität für Privatanleger.
- Viele europäische Unternehmen (ASML, Shell, Novo Nordisk, SAP) werden auch als liquide US-gelistete Optionen gehandelt – Exposure auf europäische Namen in Dollar.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen US- und europäischen Optionen?
Das hängt davon ab, welchen Unterschied du meinst. „Amerikanisch vs. europäisch“ betrifft, wann du ausüben kannst (jederzeit gegenüber nur bei Verfall). „US-gelistet vs. europäisch gelistet“ betrifft den Markt – US-gelistete Optionen werden in Dollar an OCC-geclearten US-Börsen gehandelt, während europäisch gelistete Optionen in Euro an Eurex und Euronext gehandelt werden, oft europäischen Stils und bar abgerechnet.
Kann ein europäischer Anleger US-Optionen handeln?
Ja – die meisten europäischen Broker bieten US-gelistete Optionen an. Du gehst ein USD-Risiko ein und handelst zu US-Handelszeiten, bekommst dafür aber deutlich mehr Liquidität und wöchentliche Verfallstermine. Viele europäische Unternehmen (ASML, Shell, Novo Nordisk, SAP) sind selbst als US-gelistete Optionen verfügbar.
Warum zeigen die meisten Optionstools nur US-Optionen?
Weil US-Optionsdaten (OPRA) breit und günstig zur Weiterverbreitung lizenziert sind, während Eurex und Euronext ihre Daten restriktiver lizenzieren. Kostenlose Tools – dieses eingeschlossen – bepreisen daher US-gelistete Optionen und überlassen Euro-/Euronext-Optionen der Plattform deines Brokers.
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