Expected move
Die Größe der Bewegung, die der Optionsmarkt vor einem Ereignis einpreist, aus der impliziten Volatilität — etwa der Preis des At-the-money-Straddles.
Der Expected Move ist die Kursbewegung, die der Optionsmarkt für eine Aktie über einen bestimmten Zeitraum einpreist, meist bis zur nächsten Expiration oder rund um einen Earnings-Bericht. Er ergibt sich direkt aus der Implied Volatility und zeigt also, wie viel Bewegung die Trader gemeinsam bezahlen, keine Richtung. Eine schnelle Näherung ist der Preis des At-the-money-Straddles: Addiere die Prämie von Call und Put am Strike, der dem aktuellen Kurs am nächsten liegt, und dieser Betrag entspricht ungefähr der Bewegung einer Standardabweichung nach oben oder unten.
In der Praxis nutzt man ihn als Kontrolle vor dem Einstieg. Steht eine Aktie bei 100 und beträgt der Expected Move vor den Zahlen etwa 8, erwartet der Markt bereits, dass sie ungefähr in zwei von drei Fällen zwischen 92 und 108 schließt. So siehst du sofort, ob die Strikes, die du verkaufst, innerhalb oder außerhalb der erwarteten Spanne liegen und ob eine gerichtete Wette eine größere Bewegung braucht als die schon eingepreiste, um aufzugehen.
Der häufige Fehler ist, den Expected Move als Obergrenze zu sehen. Es ist eine einzelne Standardabweichung, die Aktie schließt also in rund einem Drittel der Fälle außerhalb dieser Spanne, und echte Überraschungen gehen weit darüber hinaus. Über die Richtung sagt er nichts, und nach dem Ereignis bricht die Implied Volatility meist ein. Genau deshalb verlieren so viele Long-Optionen, die kurz vor Earnings gekauft werden, Geld, selbst wenn die Aktie sich tatsächlich bewegt.
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Nur zu Bildungszwecken. Kurse sind ca. 15 Minuten verzögert und nichts hier ist Finanzberatung. Optionshandel birgt ein erhebliches Verlustrisiko.