Vega
Um wie viel sich der Optionspreis ändert, wenn die implizite Volatilität um einen Punkt steigt oder fällt.
Das Vega gibt an, wie stark sich der Preis einer Option verändert, wenn die implied volatility um einen Prozentpunkt steigt oder fällt. Hat ein Call ein Vega von 0,12, erhöht ein Anstieg der impliziten Volatilität um einen Punkt die Premium um rund 12 Cent, bei sonst gleichen Bedingungen. Calls und Puts haben beide ein positives Vega, mehr erwartete Schwankung verteuert also jede Option, die du hältst.
In der Praxis achten Trader auf das Vega, weil man mit der Richtung richtig liegen und trotzdem Geld verlieren kann, wenn die Volatilität zurückgeht. Typisch ist das rund um Quartalszahlen: Die Meldung kommt, die implied volatility bricht ein, und die gekaufte Option verliert an Wert, obwohl die Aktie in deine Richtung läuft. Diese bekannte Falle heißt volatility crush.
Ein häufiger Fehler ist, kurz vor den Zahlen Optionen zu kaufen, ohne zu prüfen, ob die implizite Volatilität schon hoch steht. Wer long Vega sein will, steigt besser ein, wenn die Volatilität günstig ist, und nicht, wenn sie alle bereits hochgetrieben haben. Erwartest du dagegen fallende Volatilität, passt eine Short-Vega-Position wie ein Credit Spread besser zu dieser Erwartung.
← Zurück zum Glossar · Ratgeber · Strategien
Alle Optionsbegriffe
Nur zu Bildungszwecken. Kurse sind ca. 15 Minuten verzögert und nichts hier ist Finanzberatung. Optionshandel birgt ein erhebliches Verlustrisiko.